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Samstag, 17. Januar 2026

WELL? / Pass?

Ich habe das große Vergnügen, ein Plus Eins bei Wellpass sein zu können, und damit ist das mein einziger Bezug zu Corporate Germany.

Aber was ist das überhaupt?

KI sagt: EGYM Wellpass (früher auch als qualitrain bekannt) ist ein Firmenfitness-Angebot, das Mitarbeitenden Zugang zu einem großen Netzwerk von über 13.000 Sport- und Wellnesspartnern (Fitnessstudios, Schwimmbäder, Yogastudios, Kletterhallen) sowie Online-Kursen bietet, oft mit einem monatlichen Festpreis, wobei Arbeitgeber die Kosten bezuschussen. Es ermöglicht flexibles Training in verschiedenen Einrichtungen und ist ein beliebter Mitarbeiter-Benefit zur Förderung der Gesundheit.

Was aber ist da?

Ich kann immer und überall meine Sportroutine umsetzen. Es erleichtert den Alltag für alle Unternehmensberater, die in der Früh noch im Meeting in München sitzen und abends zur Paneldiskussion in Berlin geladen wurden. Ja, und dazwischen oder in der Früh – oder nachts – kann man dann noch schnell ins nächstgelegene Fitnessstudio hüpfen und eine Runde aufs Laufband. So stelle ich mir den Alltag eines klassischen Wellpass-Nutzers zumindest vor. Business, business, business und ein bissl Sport, um den Kopf frei zu bekommen. Die optimierte Version der klassischen Fitnessstudiomitgliedschaft. Gleichzeitig ein Freifahrtschein der Unternehmen. Was kann man seinen Mitarbeitern Besseres anbieten als Gesundheit und Fitness, und Gesundheit und Fitness gehen einher miteinander. Bei jeder Bewerbungsausschreibung kann man sich so ins richtige Licht rücken. Obstkorb war gestern!

Naja –

irgendwie hatte ich am Anfang keinen Zugang zu diesem Programm. Ich fand’s cool, dass ich die Möglichkeit habe, überall in Deutschland trainieren zu gehen – aber ich war ja nur in einer Stadt. Wäre es dann nicht besser, wenn man sich schlichtweg eine Mitgliedschaft holt? – Ja und nein.

Am Anfang bin ich ganz falsch an die Sache herangegangen. Ich habe mir ein Studio gesucht und dann geschaut, ob das im Programm drin ist. Das hat dann so semi funktioniert, manches war dabei und manches eben nicht. Ich war insgesamt nur mäßig motiviert. Ich war wohl in dieser Zeit so unsportlich wie fast noch nie, und ich habe mir überlegt, ich mache mir einfach einen Spaß draus. Ich probiere mich durchs Programm, durch die Möglichkeiten. Ich war also fast jeden Abend nach der Arbeit in einem anderen Studio, in einer anderen Stunde. Bin auch in der ganzen Stadt unterwegs gewesen. Das Studio um die Ecke ist natürlich praktisch, aber die Stadt hat ja viel mehr zu bieten!

Im Grunde genommen hieß das jetzt: ganz viel Neues, ganz viel die Wohlfühlzone verlassen, aber auch gleichzeitig ganz viel Spaß und ein bisschen Muskelkater. Man ist immer der Anfänger – man hat dafür also auch immer den Anfängerbonus. Das habe ich immer positiv genommen. Über die ersten Wochen war ich dann in so vielen verschiedenen Studios und Kursen und habe auch echt einiges erlebt. Ich habe also beschlossen aufzuschreiben, welche Erfahrungen und Erkenntnisse ich in den einzelnen Orten so gemacht habe. Ein bisschen ist es vielleicht auch als Gegenkonzept zum normalen Fitness-Content zu verstehen.

Sport ist für alle da! – Wow, was für eine Erkenntnis...

Aber es ist doch so. 

Im Internet wird Empowerment und Bodypositivity großgeschrieben und auch stark kritisiert. 

Aber das ist doch etwas, was zum Großteil tatsächlich rein im Internet stattfindet – sowohl der positive als auch der negative Effekt. Denn hat man ein paar Kilo zu viel drauf, dann gibt es Menschen im Alltag, die den eigenen Körper bewerten. Dann sind doch Vorurteile da. „Die isst nur Frittiertes“ war so der eingängigste Spruch, den ich hierzu jemand sagen habe hören. Aber die Personen sagen es einem nicht ins Gesicht. Das bekommt man am Ende des Tages nicht mit. Und so ist es doch bei den einzelnen Kursen oder Trainingseinheiten auch. Das mag schon sein, dass da jemand ist, der im Kopf urteilt, sich vielleicht sogar über einen heimlich lustig macht oder man ein bisschen zu lange schaut. Aber es passiert wohl nicht tatsächlich, dass jemand im Fitnessstudio auf dich zukommt und sagt: 

„Du bist fett, geh!“ 

– Gut, fairerweise, was man sagen muss: Was mir schon passiert ist, ist, dass die Lehrerin auf mich zugekommen ist und gefragt hat, ob ich gerade frisch ein Kind bekommen habe. 

Blödes Gefühl. Sie meinte es gut

In gewisser Weise, ja, hab ich kein Kind bekommen - dieses Kind heißt juristisches Staatsexamen und ist inzwischen 3 Jahre alt. Naja, vielleicht hat die Kursleiterin an diesem Tag etwas gelernt und spricht nicht fremde Frauen an, ob sie gerade ein Kind bekommen haben, oder vielleicht macht sie es weiter. 

Also ja, vielleicht muss ich mich insofern korrigieren. 

Natürlich können in diesen Räumen Kommentare fallen, die einen verletzen oder aus dem Konzept bringen. Natürlich kann es passieren, dass man auf einmal in einer viel zu schweren Stunde landet und schlichtweg abbrechen muss, und ja – dann muss die Dicke wohl den Raum verlassen. 

Naja, ich kann euch jetzt schon mal „stolz“ mitteilen: Zweiteres ist bislang nicht passiert, und ich plane auch nicht damit!

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